Belauscht.de sagt Tschüss!

Wir feiern den 10. Geburtstag von belauscht.de!

Am 13. August 2006 erblickte belauscht.de das Licht der Welt. Kaum zu glauben, aber als wir die Seite gründeten, kannte Facebook hierzulande noch niemand, das iPhone gab es noch nicht, von Whatsapp oder Videostreaming ganz zu schweigen. Unser Blog darf also durchaus als ein kleiner Methusalem im Netzzeitalter bezeichnet werden.

Über das 10. Jubiläum freuen wir uns sehr – gleichzeitig ist es für uns ein Anlass, eine gar nicht leichte Entscheidung zu verkünden: wir werden den regelmäßigen Betrieb von belauscht.de von nun an einstellen und die Seite als Archiv weiterführen. Ab sofort werden wir keine neuen Einsendungen mehr posten.

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Befördert – in Bus und Bahn

Mrz 2012
14

Im Zug von Altenbeken nach Warburg.

Ein junges Pärchen unterhält sich.
Er: “Ich will im Mai zum Ozzy Konzert.”
Sie: “Wann ist das denn genau? Ich will wohl mit.”
Er: “Weiß ich nicht mehr genau, gib mir mal bitte mein Handy. Das ist in deiner Handtasche.”
Sie kramt alles mögliche aus Ihrer Tasche raus, bis sie schließlich das Handy findet und fägt schon mal an wild an seinem Handy rum zu spielen, um das Gesuchte im Internet zu finden.
Er: “Hörst du mal auf das Handy kaputt zu machen? Und wieso machst du das jetzt, das ist doch mein Handy!”
Sie (völlig trocken): “Schatz, in dem Moment in dem du sagtest: ‘Ich liebe dich!’, hast du sämtliche Rechte und Ansprüche an deinen Sachen verloren!”

belauscht von Meike

Mrz 2012
04

Berlin. In der U7, Haltestelle Halemweg.

Zwei Mädchen unterhalten sich.

#1: “Ich habe einen neuen Freund.”
#2: “Echt, warum?”
#1: “Ist egal, das ist er.” (zeigt ihr irgendwas auf ihrem Handy)
#2: “Boah is der hässlich, und du liebst ihn, ja?”
#1: “Nein ich mag nur sein Geld.”
#2: “Achso , was arbeitet er denn?”
#1: “Mein Freund ? Der ist Hartz-IV-Empfänger.”

belauscht von Jacky

Mrz 2012
03

Duisburg. In der Regionalbahn Richtung Aachen.

Ein kleiner Junge sitzt mit seiner Mutter am Fensterplatz der Bahn, als diese den Rhein überquert.

Junge: “Du, Mama, gibt’s in dem Meer da unten Haie?”
Mutter: “Nein mein Schatz, das ist der Rhein!”
Junge (mit verschränkten Armen schmollend): “Das ist ein doofes Meer!”

belauscht von Isabell

Feb 2012
28

Bielefeld. Im Regionalexpress in Richtung Braunschweig.

Ich musste mal wieder RE fahren und bin Zeuge eines wunderbaren Gesprächs geworden. Ich habe das meiste auf meinem Handy mittippen können:

In Bielefeld steigt mit mir zusammen ein älterer Herr in die Bahn. Etwa 65. Vollbepackt. Ich will ihm helfen – darf immerhin die Bierflasche tragen. Bei allem anderen: “…nur nicht von jemanden abhängig machen!” Ok. Wie er meint. Ich setze mich – aus Angst ein Gespräch führen zu müssen – weit genug weg, aber immer noch nah genug um mit zu bekommen, worüber er mit dem jungen Mann (etwa 25), der eine Station später zusteigt, spricht:

Junge: “Darf ich mich setzen? Ich leiste Ihnen gerne Gesellschaft.”
Opa: “Ja.”
Junge: “Ich muss in Minden aussteigen.”
Opa: “Ich auch.”
Junge (lacht): “Dann sind wir ja sozusagen, also sozusagen, die gleiche Kragenweite.”
Opa (sehr ernst): “Nein.”
Junge: “Also nur sozusagen.”
Opa: “Nein.”

Junge: “Ich bin behindert.”
Opa: “Das macht doch nichts. Das ist heutzutage doch fast jeder. Man kann behindert sein und Bundeskanzlerin werden.”
Junge: “Jaaa, die ist gut, die Angelika Merkels.”

Junge: “Ich bin im Brutkasten aufgewachsen.”
Opa: “So ein dicker Kerl aus dem Brutkasten?”
Junge: “Sie wollen sagen, dass ich mich gut entwickelt habe?”

Junge: “Ich bin aber geistig auf der Höhe.”
Opa: “Das ist doch alles relativ. Wenn ich die Frau Merkel fragen würde, würde sie Gleiches von sich behaupten.”
Junge: “Wie finden Sie denn den Beck?”
Opa: “Sie haben doch keine Ahnung.”

Der Schaffner kommt

Junge: “Der Herr Mehdorn ist ein guter Mann. Bestellen Sie ihm das, bitte.”
Schaffner: “Ich kenne den Mann nicht.”
Opa zu dem Jungen: “Sie haben keine Ahnung und reden so daher.”
Junge: “Kann sein.”
Opa: “Ist so.”

….

Junge (zückt ein Bild – Schaffner ist auch noch anwesend)

….

Junge zu Opa: “Ich habe ein Foto für Sie!” (Ich kann leider nicht kennen was es ist, vermute aber mal ein Bild von ihm.)
Opa: “Wofür?”
Junge: “Als Andenken.”
Opa: “Ich muss an so vieles denken, da brauche ich kein Andenken.”

(Zeitgleich läuft ein Gespräch mit dem Schaffner über Tickets u.ä., der Schaffner bekommt auch ein Foto geschenkt. Bedankt sich artig und geht. Schnell.)

Junge: “Auf die Bahn ist Verlass.”
Opa: “Das sehe ich genau andersherum.”
Junge: “Hm. Na ja.”
Mann: “Wenn Sie die Bahn gut finden, finden Sie auch Angela Merkel gut. Mit Ihnen hat das keinen Sinn. Sie sind wirklich ein bisschen behindert. Aber das ist in Ordnung. Da müssen Sie eben mit leben.”

Minden ist nah, der Junge steht auf.

Junge: “Gute Fahrt.”
Opa: “Ihnen auch. Und halten Sie den Rücken steif.”
Junge: “Nein. Den halte ich grade.”

 

belauscht von Jessica

Feb 2012
26

Landshut. Im Bus.

Eine Gruppe Teens (ca. 12-14) stürmen nach der Schule den Bus und unterhalten sich recht lautstark über ihre Handys. Nummern und Videoanfragen über Bluetooth schwirren durch den Bus. Folgender Dialog entwickelt sich zwischen einem Jungen und einem Mädchen:

Er: “Eh, ich will dir grad nen Video schicken, warum brichst du das ab?”
Sie: “Ich dachte, du willst auf meinem Handy Mist bauen!”
Er: “Eh, ich hack’ doch keine Lady!”

belauscht von cataya

Feb 2012
24

München.

In der U5, Neuperlach Süd.  Zwei Checker (etwa 16 Jahre alt) unterhalten sich über eine zurückliegenden Auseinandersetzung.

#1: “…ja krass Alter! Und dann hast du ihm einfach Faust gegeben?”
#2: “Ich schwör. Was hätt’ ich machen sollen, der hat mich schon den ganzen Abend promoviert!”

belauscht von Matthias

Feb 2012
23

Köln. In der Straßenbahn Linie 1.

Nach einer längeren Wartezeit wegen eines Weichenfehlers hat die Bahn an der nächsten Haltestelle schon wieder einen längeren Aufenthalt. Die Fahrgäste sind schon etwas genervt. Dann die Durchsage des Bahnfahrers:

“Liebe Fahrgäste, derzeit ist jemand sehr besorgt um ihr leibliches Wohl, deshalb möchte er sie mit frischer Luft versorgen. Dafür stellt er sich in die Tür, sodass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich ist.”

belauscht in Köln von Sabine

Feb 2012
20

Zürich.

Im Interregio von Biel nach Zürich. Neben mir sitzen ein Mann und eine Frau, die sich seit geraumer Zeit in nahezu unverständlichem Schweizerdeutsch unterhalten.
Der Halt in Zürich wird angesagt, die Frau zieht eine Bonbonschachtel aus der Handtasche…

Frau: “Möchtest Du ein Ricola? ”
Mann (grinst selig):  “Wer hat’s erfunden?”

 

belauscht von Pipfax