Belauscht.de sagt Tschüss!

Wir feiern den 10. Geburtstag von belauscht.de!

Am 13. August 2006 erblickte belauscht.de das Licht der Welt. Kaum zu glauben, aber als wir die Seite gründeten, kannte Facebook hierzulande noch niemand, das iPhone gab es noch nicht, von Whatsapp oder Videostreaming ganz zu schweigen. Unser Blog darf also durchaus als ein kleiner Methusalem im Netzzeitalter bezeichnet werden.

Über das 10. Jubiläum freuen wir uns sehr – gleichzeitig ist es für uns ein Anlass, eine gar nicht leichte Entscheidung zu verkünden: wir werden den regelmäßigen Betrieb von belauscht.de von nun an einstellen und die Seite als Archiv weiterführen. Ab sofort werden wir keine neuen Einsendungen mehr posten.

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Feb 2013
23

Henfenfeld. Am Bahnhof früh am Morgen.

Zwei Jungs (ca. 15 oder 16) einer davon Typ Gangsta-Rapper unterhalten sich am Bahnsteig.

Gangsta: “Ey Alda, ich bin jetzt verlobt Alda!”
Kumpel (ziemlich gelangweilt): “Wow…und wann ist die Hochzeit?”
Gangsta: “Hochzeit Alda??? Daran hab ich noch gar nicht gedacht…Pfff, Hochzeit, soweit kommts noch Alda!!!”

belauscht von Therosa

Feb 2013
19

Bremen. Bahnhof Vegesack.

Die Nordwestbahn von Vegesack nach Verden (Aller) kommt mit 15 Minuten Verspätung in Vegesack an. Alle Fahrgäste sind schon sichtlich genervt. Leute steigen ein, doch auch nach 7 weiteren Minuten fährt die Bahn noch nicht los. Da geht die Tür auf und der Zugbegleiter betritt den Wagen, in der Hand eine Wurst im Brötchen mit ordentlich Senf oben drauf aus dem kleinen Shop am Bahnhof. Er geht direkt zur Sprechanlage neben der Tür und als es grün leuchtet, hört man ihn sagen:

“Bin jetzt da, kannst losfahren.”

Daraufhin schließen sich die Türen und der Zug fährt los.

belauscht von Lena

Feb 2013
18

München. In der S-Bahn, zwischen Isartor und Rosenheimer Platz.

Ein Junge (Anfang 20) telefoniert mit einem Mädchen, anscheinend Beziehungsstress. Nach vielen Schmachtworten, Beleidigtsein, Seufzern und Entschuldigungen:

Junge: “Bitte verzeih mir ein letztes Mal.”
Mädchen: “…” (unverständlich)
Junge: “Aber du hast mir doch schon so oft ein letztes Mal verziehen, warum jetzt auf einmal nicht mehr?”

Der Rest ging im Gelächter der Fahrgäste unter.

belauscht von Ratzlinger

Feb 2013
17

Füssen.

In der fast leeren Gondelbahn unterhalten sich neben uns zwei alte Herren lautstark über ihre Gebrechen.

#1: “Ich war dann neulich auch noch beim Zahnarzt.”
#2: “Und?”
#1: “Der will mir ständig so ein Implantat andrehen.”
#2: “Klar, da verdient der gut dabei. Aber in Deinem Alter, mit 79?”
#1: “Nee, ich bin doch nicht verrückt. Nur, damit dann in ein paar Jahren auf meinem Grabstein steht: ‘Hier liegt Franz mit Implantat’?”

belauscht von Clinus

Feb 2013
16

Rüthen. Im Schulbus.

Der Busfahrer und ein ca. 16-jähriger Schüler begrüßen sich schon beim Einsteigen so, als wenn sie sich kennen würden.

Nach einiger Zeit kommt eine Durchsage vom Busfahrer: “Tims Mutter rief soeben an und teilte mir mit, dass er seinen Turnbeutel zu Hause vergessen hat… und sein Ballettunterricht fällt heute aus!”

belauscht von Helga

Feb 2013
15

Aichach. Im ALDI-MArkt.

Samstagnachmittag. Es ist brechend voll. Eine Frau mit vollem Einkaufswagen wartet in der Kassenschlange. Ihr etwa 13-jähriger Sohn kommt angewetzt mit zwei Paketen Nudeln.

Sohn: “Sorry, dass es so lang gedauert hat. Ich musste durch den ganzen Laden. Da stehen zwei alte Frauen im Gang und quatschen, die Einkaufswagen so nebeneinander, dass auch ja keiner mehr durchkommt.”
Mutter: “Reg dich doch nicht auf, die machen das ja genau richtig, das müssen die so machen.”

Sohn guckt ungläubig.

Mutter: “Ja echt! Das ist Vorschrift! Steht so im Gesetzbuch!”
Sohn: “In welchem denn?”
Mutter guckt sich seufzend um: “In demselben, in dem auch drinsteht, dass Rentner ausschließlich Samstagnachmittag einkaufen gehen dürfen.”

belauscht von Caro

Feb 2013
14

Kiel. Knooper Weg. Im Sky-Markt.

Nach Feierabend. Ich stehe an der Kasse. Vor mir eine sehr alte Dame, die vorn übergebeugt und sehr langsam ihre Waren aufs Band legt. Sie braucht ewig fürs Bezahlen, sucht immer wieder nach der passenden Bargeldmenge. Endlich hat sie es zusammen, dreht sich zu mir um und sagt in einer Inge Meysel-Stimme:

“Entschuldigen Sie, ich rege mich immer über die ollen Weiber auf, die so lange an der Kasse brauchen. Aber dann fällt mir ein: Ich gehör ja selbst dazu…”

belauscht von Brainstone