Belauscht.de sagt Tschüss!

Wir feiern den 10. Geburtstag von belauscht.de!

Am 13. August 2006 erblickte belauscht.de das Licht der Welt. Kaum zu glauben, aber als wir die Seite gründeten, kannte Facebook hierzulande noch niemand, das iPhone gab es noch nicht, von Whatsapp oder Videostreaming ganz zu schweigen. Unser Blog darf also durchaus als ein kleiner Methusalem im Netzzeitalter bezeichnet werden.

Über das 10. Jubiläum freuen wir uns sehr – gleichzeitig ist es für uns ein Anlass, eine gar nicht leichte Entscheidung zu verkünden: wir werden den regelmäßigen Betrieb von belauscht.de von nun an einstellen und die Seite als Archiv weiterführen. Ab sofort werden wir keine neuen Einsendungen mehr posten.

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Mai 2008
31

Bremen, Hauptbahnhof.

Der Intercity von Hamburg nach Köln hält einige Minuten vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof Bremen. Durchsage des Lokführers

“Sehr geehrte Fahrgäste, unsere Einfahrt in den Hauptbahnhof Bremen verzögert sich noch um wenige Minuten, da wir zu früh sind.”

Mikro aus, lange Pause…dann:

“Ja, auch DAS kommt bei uns mal vor!”

belauscht in Bremen von Marc

Mai 2008
30

München, U6 Richtung Münchener Freiheit.

Zwei ca. 15-jährige Teenie-Mädels steigen beim Odeonsplatz in die U-Bahn Richtung Münchener Freiheit ein und setzen sich mir gegenüber.

Mädchen #1: “Was machst Du heut noch?”
Mädchen #2: “Ich geh zum Jusuf.”
Mädchen #1: “Echt, bist Du immer noch mit dem zusammen? Der ist doch langweilig.”
Mädchen #2: “Ja, hast recht. Glaub ich mach Schluss heute.”
Mädchen #1: “Echt? Geil. Kann ich mitkommen, zugucken?”

belauscht in München von Judith

Mai 2008
29

Nürnberg.

Eine Callcenter-Mitarbeiterin in einer Versicherung erklärt einer Anruferin mehrfach, dass sie an einer gewissen Police nichts ändern könne, da diese auf den Namen ihres Mannes laufe. Irgendwann höre ich sie dann Folgendes zu der Kundin sagen:

“Ihr Mann ist noch lange nicht geschäftsunfähig, nur weil er verheiratet ist!”

belauscht in Nürnberg von tk

Mai 2008
28

Kassel, ICE Hamburg – Stuttgart

In Kassel steigt eine ältere Dame (schätzungsweise um die achtzig) in den Zug und fragt, ob der Platz neben mir frei sei. Ich ziehe mein Kopfhörer aus den Ohren, stehe auf und stemme den Koffer der Dame ins Gepäckfach. Währenddessen dudelt mein iPod weiter und man kann die Musik hören.

Als wir dann sitzen und ich die Kopfhörer wieder in die Ohren stöpseln will, schaut mich die Dame erstaunt an und fragt:

“Was ist denn das für eine Musik? Das klingt gar nicht wie bei den jungen Leuten.”
Darauf ich: “Oh, das ist die 2. Sinfonie von Schumann, mein Lieblingsstück.”

DIe Dame schaut ganz erstaunt und sagt dann, auf meinen iPod zeigend:

“Sowas geht mit diesen Dingern auch?”

belauscht in Kassel von Sina

Mai 2008
27

Im Zug zwischen Bielefeld und Kaiserslautern.

Eine alte Dame sitzt im Zug, der Sitz neben ihr ist noch frei. Zu ihr gesellt sich ein ebenfalls älterer Herr, der akribisch sein Gepäck verstaut. Einige Minuten später – beide sitzen still da – meldet sich ein Handy lauthals mit einem aktuellen Klingeltonlied.

Sie: “Also wirklich, immer diese Handys… Das ist ja eine Plage. Überall wo man hinkommt bimmeln die Dinger und lassen einem keine Ruhe, nicht mal im IC bleibt man von denen verschont.”
Er: “Ja, da haben sie allerdings Recht. Jetzt fängt sogar meine kleine Enkelin schon damit an… Ständig neue Klingeltöne und Spiele und weissnochalles… Das muss ja auch alles bezahlt werden!”
Sie: “Ja, am liebsten immer von den Eltern.”
Er: “Und wer braucht sowas auch schon? Früher hats ja auch funktioniert, nur mit den Telefonzellen!”

So geht es noch fast eine Minute weiter, bis…

Er: “Oh entschuldigen sie mich bitte kurz.” – Und zieht ein nagelneues Handy aus seiner Hosentasche…

belauscht zwischen Bielefeld und Kaiserslautern von Sekara

Mai 2008
25

Köln-Frechen, vor dem St.-Katharinen-Hospital.

Zwei Frauen um die 50 stehen vor dem Krankenhaus und genießen ihre Zigarette.

#1: “Tja, heutzutage müssen wir hier draußen vor der Tür stehen um zu rauchen.”
#2: “Früher waren die da noch viel toleranter! Als ich meinen ersten Sohn bekommen habe, durfte ich noch aufm Zimmer rauchen.”

belauscht in Köln von Jan