Lingen. In der Schule.
Religionsunterricht in der 10. Klasse.
Lehrer: “Wie viel kostet ein studierendes Kind seine Eltern pro Zentimeter?”
–Pause–
Lehrer: “Zirka 1000 Mark pro Zentimeter!”
belauscht in Lingen von Joule
Am 13. August 2006 erblickte belauscht.de das Licht der Welt. Kaum zu glauben, aber als wir die Seite gründeten, kannte Facebook hierzulande noch niemand, das iPhone gab es noch nicht, von Whatsapp oder Videostreaming ganz zu schweigen. Unser Blog darf also durchaus als ein kleiner Methusalem im Netzzeitalter bezeichnet werden.
Über das 10. Jubiläum freuen wir uns sehr – gleichzeitig ist es für uns ein Anlass, eine gar nicht leichte Entscheidung zu verkünden: wir werden den regelmäßigen Betrieb von belauscht.de von nun an einstellen und die Seite als Archiv weiterführen. Ab sofort werden wir keine neuen Einsendungen mehr posten.
Lingen. In der Schule.
Religionsunterricht in der 10. Klasse.
Lehrer: “Wie viel kostet ein studierendes Kind seine Eltern pro Zentimeter?”
–Pause–
Lehrer: “Zirka 1000 Mark pro Zentimeter!”
belauscht in Lingen von Joule
Frankfurt a.M., am Flughafen.
In der Schlange zum Check-In hörte ich leider nur einen Wortfetzen eines Gespräches zwischen zwei Männern. Einer der beiden bemerkt am Ende einer langen Ausführung:
“Woher soll ich denn wissen, was ich denke?”
belauscht in Frankfurt von Dirk
Hamburg, in der S1 Richtung Poppenbüttel.
In der S-Bahn kann ich folgender Diskussion einer Gruppe Teenager lauschen.
Mädchen #1: “…Mailand ist ein Land.”
Junge #1: “Nein, Mailand ist eine Stadt.”
Mädchen #1: “Nein! Ein Land!”
Mädchen #2: “Ich glaube auch, dass es ein Land ist.”
Junge #1: “Nein, Mailand ist eine Stadt. Die Hauptstadt von…Spanien!
Mädchen #1: “Nein, Mailand ist theoretisch ein Land!”
Mädchen #2 (dem Mädchen #1 beipflichtigend): “Ja, so groß wie eine Stadt, ABER ein Land. So wie Russland. Das ist so groß wie ein Kontinent, aber auch nur ein Land.”
Junge #1: “Quatsch. Mailand ist eine Stadt. Eine Hauptstadt. Von Spanien oder Italien.”
Mädchen #1: “Aber es heißt doch ‘Land’. Warum heißt es dann nur Land?”
Leider kann ich die Antwort auf diese letzte Frage nicht mehr hören, weil die Gruppe am Berliner Tor aussteigen muss.
belauscht in Hamburg von summerson
Treysa, im Zug.
Mir gegenüber sitzt eine dritte oder vierte Klasse. Zwei (wirklich nicht dicke) Mädchen um die zehn Jahre unterhalten sich über in dieser Altersgruppe relevante Dinge. Das Thema kommt auf das Idealgewicht.
Mädchen: “Ja… ich muss unbedingt bis zum Sommer auch so 10 Kilo abnehmen… oder besser 20.”
belauscht in Treysa von Mag
Wackernheim bei Mainz. Im Kirschgarten.
Ich fülle mir gerade in meiner Küche Kaffee nach, als der verzweifelt gellende Schrei eines kleinen Mädchens von der Straße her über die Terrasse an mein Ohr dringt. Noch bevor ich meinen Kaffee fertig eingeschenkt habe, ertönt ein neuerlicher Klagelaut, diesmal noch lauter als vorher. Im Kopf die Schreckensmeldungen der letzten Monate, die von gepeinigten Kindern und grausamen Eltern handelten, eile ich auf die Terrasse um die Quelle auszumachen, als das Kind von neuem seine Stimme erhebt und ruft:
“LAURA! Du hörst mich also doch! Das ist ein Zeichen dafür, dass deine Fenster NICHT gut sind!!”
belauscht in Wackernheim von Cornelius
Bern (CH).
Ich stehe in einem proppevollen Bus ganz hinten und neben mir stehen drei Schnullerproleten. Sie unterhalten sich dementsprechend in Proletensprache:
“He Allda, isch schwör, hani voll ke Plan vo Mathe, Mann!”
und so weiter…
Kurz vor der Haltestelle springt die Ampel auf rot. Der Busfahrer steigt in die Eisen und bremst seine 10 Tonnen relativ brutal im Bruchteil einer Sekunde von 50 auf 0. Da meldet sich einer der Proleten und schreit nach vorne:
“Eh Mann, schon mal was von normal fahren gehört?”
Der Busfahrer dreht sich daraufhin um und schreit: “He Bubi, schon mal etwas von normalem Sprachgebrauch gehört?”
Betretenes Schweigen.
belauscht in Bern von Monika
Mannheim. Bei einem Optiker.
Ein älterer Herr steht an der Kasse. Der Optiker gibt ihm ein grünes Brillenetui.
Optiker: “Wir haben auch andere Farben. Wollen Sie lieber ein braunes?”
Älterer Herr: “Meine Jugend war braun genug!”
belauscht in Mannheim von Ulli
Lübeck. In einem Bus.
Auf dem Weg nach Hause. Nach einem langen Schultag sind alle bereits etwas gereizt, da klingt ein lautstarkes Gespräch unter zwei Fünftklässlern mit Migrationshintergrund durch das allgemeine Gemurmel hindurch.
Der eine der typische Anführer, klein, dick und laut, der andere sein “Untertan”, unauffällig, versucht sich von seinem Anführer durchbringen zu lassen.
Anführer: “Ey, ich könnte deine ganze Familie zusammenschlagen!”
Untertan: “Hehe, ja. voll krass!”
Anführer: “Ich hab schon deine Mutter ******!”
Untertan: “Cool!”
Anführer: “Ey, ich werd später alle Frauen vergewaltigen!”
(Pause)
Untertan: “Sag mal, wie viele Milchzähne hast du eigentlich noch?”
belauscht in Lübeck von Maren