Belauscht.de sagt Tschüss!

Wir feiern den 10. Geburtstag von belauscht.de!

Am 13. August 2006 erblickte belauscht.de das Licht der Welt. Kaum zu glauben, aber als wir die Seite gründeten, kannte Facebook hierzulande noch niemand, das iPhone gab es noch nicht, von Whatsapp oder Videostreaming ganz zu schweigen. Unser Blog darf also durchaus als ein kleiner Methusalem im Netzzeitalter bezeichnet werden.

Über das 10. Jubiläum freuen wir uns sehr – gleichzeitig ist es für uns ein Anlass, eine gar nicht leichte Entscheidung zu verkünden: wir werden den regelmäßigen Betrieb von belauscht.de von nun an einstellen und die Seite als Archiv weiterführen. Ab sofort werden wir keine neuen Einsendungen mehr posten.

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Befördert – in Bus und Bahn

Dez 2006
18

München, Marienplatz. U3 Richtung Forstenried West.
Eine riesige Menschentraube drängt in den ersten Wagen, obwohl die hinteren Wägen noch ohne Probleme Personen hätten aufnehmen können.

Durchsage: “Beeilts ihr eich vielleicht amoi mim einsteign, des ist ja auch die letzte U-Bahn für heit.”
Nach einer Minute: “Vielleicht probierts ihrs noch übereinander am ersten Türl!”

Dann endlich nach einer Ewigkeit geht’s weiter. Am Sendlinger Tor dann wieder Gedränge. Die Türen lassen sich nicht schliessen.

Durchsage: “Wennst dein Klump ned endlich aus der Tür nimmst, dann fahrma eben heut gar nirgends mehr hin!”

belauscht in München von Michael

Dez 2006
10

Braunschweig.
Zwei Frauen im Bus mit ihren Kindern (ca. 8 Jahre) unterwegs in die Stadt. Die Route des Busses führt an der Straße vorbei, wo das horizontale Gewerbe vertreten wird. Hinten sitzen der Junge und das Mädchen, ein paar Reihen weiter vorn die Mütter.

Mädchen (normale Lautstärke): “Mutti, guck mal, da steht ne F*ckfrau!”
Mutter: “Was hast Du gesagt?”
Mädchen (ziemlich laut): “Guck mal Mutti, da steht ne F*ckfrau!!!”
Mutter (peinlich berührt): “Das heisst nicht F*ckfrau sondern Prostituierte.”
Mädchen (wieder laut): “Okayyy, dann steht da eben eine Prostitutiiierte…”
Mutter zu Freundin: “Ich glaub wir müssen hier raus…”

belauscht in Braunschweig von Jenny

Dez 2006
06

Dresden, Schlüterstraße.

An der Bushaltestelle.
Es geht um die zurückliegende Geschichtsstunde einer Freundin.

Ich: “Um was ging es denn in der Stunde?”
Sie: “Na, um den Besuch dieses amerikanischen Präsidenten nach dem Krieg in Berlin. Da hat der doch gesagt: ‘Ich bin ein Pfannkuchen!’”
Ich: “Was, ein Pfannkuchen?!”
Sie: “Oder hieß das ‘ein Berliner’?”

belauscht in der Schlüterstraße (Linie 61) in Dresden von Franzi

Nov 2006
28

In der Kölner U-Bahn.
Ein krasser Checker kommt in die Bahn und bleibt vor einer Asibratze stehen.

Checker: “Ey, Puppe siehst geil aus.”
Braze: “Wat Mann?”
Checker: “Ey, Puppe siehst geil aus.”
Braze: “Was los du Arsch?”
Checker: “Ey, Puppe checkst nisch?”
Braze: “Was?”
Checker: “Ey Puppe, ficken?”
Braze: “Ey du schwule Arsch, habsch kein Bock drauf!”
Checker: “Aber isch, also Hosen runter!”

Leider musste ich da die Bahn verlassen…

belauscht in Köln von Eric

Nov 2006
24

Im Bus.
Ein Junge und ein Mädchen unterhalten sich.

Er: "Gestern waren wir in so nem lateinischen Theater."
Sie: "Und, wie wars?"
Er: "Voll öde. Da gings um so'n Typ der allein zuhause war und dann ne Party gefeiert hat. Und dann ist der Vater gekommen und hat alles rausgekriegt."
Sie: "Klingt doch gut."
Er: "Aber war alles auf Latein und die Übersetzung hat man auch nicht verstanden."
Sie: "Wie bist du denn hingekommen?"
Er: "Mit der Bahn. Aber wir haben ewig gebraucht um da hin zu kommen."
Sie: "Wieso?"
Er: "Wir haben gefragt wo's lang geht und dann sind wir 20 Minuten in die Richtung gegangen. Da war aber Nichts. Sind wir wieder zurück und haben wieder Einen gefragt. Der hat auch gesagt, dass wir da lang sollen. Dann hatten wir keinen Bock mehr und sind erst mal in den McDonalds."
Sie: "Wie habt ihrs dann gefunden?"
Er: "Als wir raus sind, gingen wir um ne Ecke und waren da…"

belauscht von Dennis

Nov 2006
06

München. Nachts an der Tramhaltestelle.
Drei leicht angetrunkene, sehr coole etwa 20 Jährige, warten offenbar darauf, in den nächsten Nachtclub befördert zu werden. Dabei ensteht folgender Dialog:

Typ #1: “Ey wisst ihr, ist voll schlimm. Ich hab schon den ganzen Tag diesen Ohrwurm von dieser saucoolen Band, die ich neulich entdeckt habe.”
Typ #2: “Wie heisst die denn?”
Typ #1: (Schweigt zunächst) ” Hey, es liegt mir auf der Zunge, aber ich komm grad nicht drauf. Aber die sind echt voll cool, total schräg!”
Typ #3: “Und was für Mucke machen die?”
Typ #1: “Die machen so total schrägen Rock und nennen sich selbst die schlechteste Rock-Band der Welt. Ey, die sind voll bekannt, aber ich komm grad echt nicht auf den Namen…”
Typ #2: “Amis oder was?”
Typ #1: “Nee, die kommen aus Finnland. Der Song von denen klingt ungefähr so…” (fängt an zu singen)

Spätestens jetzt war mir klar, dass von der finnischen Band “Leningrad Cowboys” die Rede ist. Nach 5 weiteren Minuten Ratespiel – mittlerweile in der Tram – wollte ich die Jungs gerade ansprechen um die Sache aufzulösen, als:

Typ #3: “Hey, ich glaub, ich weiss, wen du meinst! Haben die nicht irgendwas mit Russland zu tun?”
Typ #1: “Ey, du hast Recht! Wart mal… (Überlegt lange und fängt dann an zu strahlen) – Jetzt hab ich´s wieder. ….. Stalingrad Cowboys!!”

belauscht in München-Neuhausen von Georg