Köln, in der U-Bahn. Zwischen Rudolf- und Friesenplatz.
Ich will nur die eine Station fahren, aber wir stehen schon fünf Minuten im Tunnel. Dann kommt eine recht eloquente, gemütlich vorgetragene Durchsage mit kölschem Einschlag und überbordender Präzision.
(so gut ich mich erinnern kann)
“Guten Abend, hier sprischt der Fahrer Ihrer Linie 12. Isch habe grade mit der Leitstelle telefoniert und erfahren, warum wir jetz hier stehen. Und zwar aus drei Gründen. Der erste ist eine kleine Stellwerksstörung am Ebertplatz, da scheinen wir Probleme zu haben. Der zweite ist ein Rettungseinsatz am Ebertplatz wegen einem erkrankten Fahrgast. Die Rettungskräfte mussten da in die Bahn. Der dritte ist ein Polizeieinsatz hier am Friesenplatz. Da waren Kupplungssurfer. Dat sind Leute, die sisch auf die Kupplung zwischen die Wagen stellen und mitfahren, was, wie isch Ihnen nicht sagen muss, gefährlisch und verboten ist.”
(Pause)
“Vor mir steht die Linie 16 und davor noch ein Zug vor dem Friesenplatz. Also wie lange das dauert, das kann isch Ihnen nischt sagen.”
Zwei Minuten später:
“Isch habe gerade per Funk gesagt bekommen, dass das tatsächlisch stimmt. Also das ist jetzt bestätigt mit der Stellwerkstörung.”
Zwei weitere Minuten später:
“So, jetzt geht es gleich weiter, es ist aber so, dass die Züge sich vorm Ebertplatz stauen. Ich schätze, das sind so fünf bis sechs Züge. Da sind ja auch noch Haltestellen dazwischen. Die Christophstraße und dann schließlich der Hansaring.”
belauscht in Köln von Florian