was kann denn die familie dafür?

Freiburg, In der Fußgängerzone.

Ein junger Mann verteilt Prospekte von Amnesty International.

Junger Mann zu Passanten: “Hätten Sie kurz mal Zeit für Menschenrechte?”
Passant: “Nee, ich pfeif auf den ganzen Menschenrechtekram.”
Junger Mann: “Dann warten Sie mal ab, bis ihre ganze Familie von einem Diktator abgeschlachtet wird. Schönen Tag noch!”

belauscht in Freiburg von Dennis

Kommentare

1800 | 28.2.2008, 12:57

Hart aber herzlich …

Hanogar | 28.2.2008, 13:08

amnesty internation sind das nich auch so spendenhinterzieher wie die unicef?

ironie mal weggelassen klar sind solche spenden richtig ABER wenn man mal keine zeit hat oder einfach nichts geben kann/will ist es dreist das man sich solche sprüche anhören muss

mein “highlite” bei solchen menschen war jemand von greenpeace der auch nach mehrmaligem “nein danke” meinerseits meinte mich überzeugen zu müssen das castor transporte doch so teuer sind.
kurzum meine antwort war “kette dich nicht an die schienen untergrade keine trassen und wir sparen geld” die mitlerweile umstehende menge fand es anscheined gut gekontert ich habe tatsächlich zuspruch erhalten und der arme greenie war ganz schnell aus dem einkauslädchen verschwunden

Peter-Andreas | 28.2.2008, 15:46

Sicherlich ein dramatischer Spruch, aber mir gefällt er.

Der Passant hätte auch sagen können “Nein, danke” ohne den dummen Kommentar. Vielen in Deutschland ist gar nicht bewusst, wie gut wir es haben. Die meisten denken doch: “Solange unsere Menschenrechte gewahrt sind, was scheren und da die fehlenden Rechte der Menschen in XYZ?” Traurig aber wahr!

Natürlich gibt es aufdringlich bis unverschämte Spendensammler. Das hat wohl jeder schon mal erfahren; in diesem Fall ist aber nicht klar, ob der Sammler unverschämt war/geworden wäre.

Benno | 28.2.2008, 17:34

Ich hab vor Jahren mal während einer schulischen Projektwoche “unentgeltlich” in der Fußgängerzone Schuhe von Passanten geputzt – Die durften dann nach freiem Ermessen für brasiliansiche Straßenkinder spenden, die den Job jeden Tag für wenige Cents erledigen.
Was ich mir da alles anhören musste.”asoziales Schmarotzerpack” und “jaja, und nachher kaufste Dir davon n Bier” …von daher kann ich eine etwas gereizte Reaktion schon verstehen.

me | 29.2.2008, 6:39

Die Studis machen das aber nicht unentgeltlich, sondern als normalen Studentenjob, und es gibt viel zu viele von ihnen. Grauenhaft. Die denken wohl auch noch, dass sie etwas Gutes tun… Dabei geht der groesste Teil der Spendengelder fuer Administratives drauf.

Renate S. | 29.2.2008, 9:21

Mieses Spendenpack. Mich belästigen ständig Tierrechtler. Sollen die Tiere und versklavten Menschen doch selbst für ihre Rechte kämpfen, und nicht diese kiffenden verranzten Studenten!

Peter-Andreas | 29.2.2008, 10:39

Don’t feed the Troll! Bitte!

Benny | 29.2.2008, 15:44

Die meisten hier in Deutschland nehmen es ja schon Kommentarlos hin, dass Schäuble versucht, unsere Grundrechte nach und nach abzubauen. Wer wird denn da erwarten, dass sie sich für Probleme in Teilen der Welt interessieren, von denen sie nicht einmal direkt betroffen sind?

Salut | 29.2.2008, 17:53

mmh…nur zur Sicherheit: Studenten bekommen kein Geld für AI-Öffentlichkeitsarbeit und für Administratives gehen maximal 30 % drauf. Zudem nimmt AI keine Spenden von öffentlicher Stelle oder Unternehmen an.

Berlinerin | 29.2.2008, 21:02

Da man viel von unseriösen “Anquatschern” und Spendensammlern gehört hat und das belegbar ist, geb ich da grundsätzlich nichts.
Ich hab mal zu nem Tierschutzrechtler gesagt “ich rede nicht mit kleinen grünnen Männchen” .. er überlegte laut: “kleine grüne Männchen?” ich bin einfach weitergegangen.

Ca. 1995 haben wir einen Trödel mit der gesamten Schulklasse veranstaltet. Der Erlös sollte für ne Klassenfahrt nach Polen als Zusatz dienen. Wir sind rumgelaufen aufm Markt, um für uns zu werben. Als es hieß nach Polen durften wir uns auch extrem viel anhören.

Django | 1.3.2008, 10:22

Ich selbst bin in einem Club Mitglied, der sich für die Belange der Kinder einsetzt.
Auch veranstalten wir regelmäßig sog. “Charities” auf denen Geld für eine Spende zusammenkommen soll. Dabei geht der gesamte Erlös direkt an die entsprechende Einrichtung.
Die Charities sind keine reinen Spendenaufrufe, sondern i.d.R. wird irgendetwas verkauft – z.B. verkaufen wir Bücher für zwei (!!) Euro das Stück.
Ich bin dann immer wieder erstaunt, daß es Leute gibt, die den Zustand des Gebrauchtbuches bemängeln und lieber nur 50 Cent geben möchten. Der Hinweis, daß sie eigentlich zwei Euro direkt für z.B. den Kinderschutzbund spenden und dafür ein Buch mitnehmen dürfen, hat dabei noch nie geholfen.
Das ist durchaus traurig.

Auf der anderen Seite hatte ich mal einen an der Tür vom Roten Kreuz, der einen Überweisungsträger ausgefüllt haben wollte. Ich sagte ihm, daß ich bereits karitativ Spende bzw. was unternehme und meine Hilfsbereitschaft damit auch erschöpft sei. Man könne schließlich nicht an jeden spenden – irgendwo ist dann auch mal Schluß.
Das interessierte den überhaupt nicht! Er fragte unbeeindruckt immer wieder, wieviel er auf den Überweisungsträger schreiben solle.
Daraufhin drohte das Gespäch von meiner Seite aus zu eskalieren.

Ich habe also durchaus für beide Parteien in dem kurzen Ausschnitt Verständnis. Allerdings finde ich die Antwort “ich pfeif drauf” ebenfalls zu übertrieben. Bei dem ersten “nein danke” kann man ruhig noch höflich bleiben!

flo | 1.3.2008, 22:29

ich find wenn man für menschenrechte oder kinder sammelt, gut wenn man nichgt zu aufdriglich ist geht das klar. aber die leute die einen voll “fertigmachen” weil man doch schgnitzel und kein lecker bio-tofu (hatte ich, in nem supermarkt) und dann meinen das das viel wichtiger ist die ganzen tiere zu beschützen haben in rad ab

meine meinung: die natur hat den kampf angefangen und nur weil sie verliert helf ich ihr soch nicht^^

antimonarchist | 3.3.2008, 12:50

flo, wenn du die krone der schöpfung bist…

MeerWeert | 3.3.2008, 20:50

Ich finde es schön und (insbesondere nach dem Lesen der vielen Kommentare) beneidenswert, wie man in anderen, vor allem anglophonen Ländern an die Sache herangeht. Charity ist da selbstverständlich und kreativ. Da geht es z.B. nicht darum, einen Überweisungsträger auszufüllen, sondern es gibt Projekte, an denen man sich beteiligt. Eine Freundin von mir (Kanadierin) erzählte, dass in ihrer Kleinstadt vor Weihnachten Essensspenden gesammelt werden und Bedürftigen anonym über Nacht vor die Haustür gestellt werden.
Und bei uns? Jeder, der ins Kino geht und einen Mainstream-Film schaut, fördert mit seinem Geld einen Großkonzern. Gefällt einem der Film nicht, war die Kohle aus dem Fenster geworfen. Trotzdem regt man sich darüber weniger auf als über die Gefahr, dass bei Spenden ein gewisser Prozentsatz nicht ankommt – in meinen Augen ein bequemer Deckmantel für Egoismus und Knauserigkeit. Schon der Eintritt fürs Kino könnte in anderen Ländern jemandem für eine gewisse Zeit die Grundversorgung an Essen sichern.

Tanja | 3.3.2008, 21:21

Mich hat mal ein Mitarbeiter von AI auf der Strasse angesprochen, aber ich war nicht interessiert und etwas in Eile, und habe es auch so gesagt. Er hat dann was ähnliches wie der Mitarbeiter in der Story gesagt, nur wesentlich unverschämter. Er sagte: er wünsche es mir, das ich mal unschuldig in den Knast komme und dann irgendwo in einer Zelle dahinvegetiere. Dann würde ich ja sehen, wie wichtig seine Arbeit wäre.
Prima, wenn so einer für AI sammelt!

Christine | 5.3.2008, 22:38

Ein bisschen Hintergrundwissen vielleicht?

Bei amnesty gibt es zwei Gruppen von Sammlern. Die einen werden dafür bezahlt, auf der Straße Förderer zu werben, also Menschen, die regelmäßig Geld an amnesty überweisen. Alle anderen, das heißt die mit den Spendenbüchsen und Unterschriftenlisten, sind Freiwillige. Also Leute, die ihre Freizeit opfern um sich für eine gute Sache solche Sprüche anhören zu müssen. Die allermeisten dieser Freiwilliger sind vernünftige Menschen und wissen, dass man dem am besten mit unverminderter Höflichkeit begegnet. Aber schwarze Schafe kann es natürlich immer geben. amnesty-Gruppen sind i.A. sehr froh über jeden der mitmacht und haben normalerweise nicht die Ressourcen, erst jeden vorher mit Standtraining zu versehen. Schade eigentlich.

rextav | 30.12.2009, 20:02

Renate S. schrieb: “Mieses Spendenpack. Mich belästigen ständig Tierrechtler. Sollen die Tiere und versklavten Menschen doch selbst für ihre Rechte kämpfen, und nicht diese kiffenden verranzten Studenten!”

@ Renate: du bist soooo nett! Gerade auf die rumhacken die sich nicht wehren können. Asoziales, egoistisches Stück Sch*** :)

 

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